Wie alles begann: Our tin tent

Einmal war ich schon in Schottland gewesen, bis hoch ans Land’s End bei Durness. 2014. Mit einem alten Freund – auf Motorrädern. Wir konnten uns irgendwie mit Bed & Breakfast durchschlagen. Das funktionierte im September, denn zu dieser Jahreszeit sind nur noch hartgesottene britische Urlauber unterwegs.

2019 sind wir – die beste Ehefrau der Welt und ich – dann mutig nach Schottland. Das aber war im August. Hochsaison auch für die Briten selber, denn Engländer lieben Schottland so wie wir Rheinländer halt die Alpen lieben. Und damit war klar: Bed & Breakfast wäre keine sichere Sache. Die Lösung? Da wir eh mit unserem Landy los wollten (Motorrad wollte sie nicht so gerne), baute ich ein erstes Provisorium für Micro-Camping. Vorsichtshalber.

Der Zufall wollte es, dass im Landy zwischen den Radkästen genau 90 cm Platz war. Also Hinterbank raus, Standardlattenrost aus dem Gästezimmer rein, fertig.

Ja: Für uns beide hat der Platz gereicht. Ehrenwort. (Glücklicherweise konnten wir unseren Hund bei netten Menschen unterbringen, sonst wäre es wirklich eng geworden.)

Die ersten Tage in Schottland haben wir uns erst mal vor dem Campen gedrückt: Erst mal Zimmerchen in Edingburgh – logo – aber auch in Aberdeen und Inverness und…

Auf der Isle of Skye schließlich, an einem Wochenende mitten in den Sommerferien, hieß es: alles belegt. Also auf zum Campingplatz oberhalb von Portree. Der war übrigens im Gegensatz zu den Zimmern sehr leer. Mag am miesen Wetter gelegen haben – auch Schotten haben ihre Grenzen.

Eine nette junge Lady an der Rezeption: „Do you have a tent…?“ Denn außer dem Landy war ja nichts zu sehen. Meine Antwort sorgte für einen Lacher: „Oh, this is our tin tent.“ Wir haben dann tatsächlich nur für zwei Personen bezahlt – Auto ist inklusive und gilt nicht als Wohnmobil. Erst recht kein Land Rover mitten in Schottland.

Micro-Camping-Premiere also bei strömendem Regen. Kalte Platte im Stilleben zwischen Luftpumpe und Schlafsack mit Rest-Whisky aus Edinburgh. War nett. Und wir waren vom Abenteuer angefixt.

Die zweite Campingstation in der Glenbrittle Bay im Südenwesten der Isle of Skye fühlte sich schon richtig cool an, schon allein, weil tiefergelegte VW-Busse keine Chance hatten, zu dem Zeltplatz zu gelangen.